Was ist seit September 2014 geschehen?

Was ist seit September 2014 geschehen?

Das Jahr 2014 endete für uns mit einer gelungenen Lesung im Gemeinderaum der evangelischen Kirche des Wallfahrtsortes Gottsbüren.
Ausschließlich die Männer des Reinhardswalddorfes, die einmal monatlich zu einem sogenannten Herrenstammtisch zusammen kommen, waren gespannte Zuhörer.
Der örtliche Pfarrer begleitete diesen Abend eindrucksvoll auf seiner Gitarre.
Der kleinen Autogrammstunde schloss sich eine deftige Vespermahlzeit an.

Die erste Einladung zu einem Vortrag aus meinem Nordosteuropabuch erhielt ich Ende Januar von den Oedelsheimer Bezirks-Landfrauen, einem touristisch sehr reizvollen Örtchen an der Oberweser.
Die etwa 45 Besucher fassende, fröhliche Gruppe genoss offensichtlich meine Ausführungen im dortigen Fährhaus in Sichtweite der Weser.
Barbara trägt seit fast drei Jahren bei allen Veranstaltungen durch ihre eingeblendete Bilderschau punktgenau dazu bei, meinen Episoden ein anschauliches Gesicht zu geben.
Sie macht das einfach professionell.

Schon einen Monat später las ich ebenfalls beim Landfrauenverein im Pfarrgemeindesaal in Trendelburg-Deisel, einem schmucken Dorf an der Diemel.
Auch hier war die Besucherzahl sehr erfreulich und die Stimmung an diesem Abend noch besser.
Anschlusslesungen zu einem anderen Zeitpunkt aus Buch zwei, Südwesteuropa, wurde auch hier gewünscht.
Der März ist bei uns der Monat, wo der Trecker mit Saisonkennzeichen wie gehabt mit seinen Abgasen die Atmosphäre undurchsichtiger machen darf und Staus bis zum November hinein unsere kleinen und größeren Ausflüge begleiten werden.

Die sogenannte „Nachbarschaftshilfe am Gesundbrunnen e.V.“ in meiner Heimatstadt Hofgeismar lud uns Mitte April ein, im evangelischen Gemeindehaus vorzutragen.
Natürlich stand unser roter Zetor vor dem Gebäude.
Die wohl älteste Zuhörerin, die das 9. Lebensjahrzehnt schon eine ganze Weile überschritten haben dürfte, war mithin die aufmerksamste und wissbegierigste Teilnehmerin an diesem sonnigen Nachmittag.

Besonders schöne und interessante Begegnungen für uns, da einige Senioren ebenfalls von ihren Reisen aus vergangenen Jahrzehnten lebhaft und anschaulich berichteten.
Ende März erreichte mich per Email und Anruf die Redaktion der schweizerischen Fachzeitschrift „Der Landfreund“, die eine Buchbeschreibung in ihrem Magazin mit einem Foto von uns veröffentlichen wollten in Verbindung mit einer Verlosung für ihre Abonnenten für einige Exemplare meiner Bücher.
Ich stimmte diesem unerwarteten Ansinnen gerne zu (mein Hamburger Verleger war nicht gerade ganz „unschuldig“ an diesem Kontakt) und bekam pünktlich die betreffende Ausgabe per Post zugestellt mit einer herzlichen Einladung, den Verlag einmal persönlich im schweizerischen Zollikofen aufzusuchen.
Nun ja, vielleicht treibt uns ja einmal wieder die Reiselust dazu, die freundlichen Eidgenossen zu besuchen.
Unser längerer Aufenthalt in Bellach a. d. Aare, nahe bei Solothurn seinerzeit 2011, als wir mit dem Gespann nach über 14000 Kilometern ziemlich abgekämpft von Südfrankreich auf dem Weg nach Hause waren, ist uns noch lebhaft, aber durchweg positiv in Erinnerung geblieben.
Nun verstehen die Nordhessen u.a. nicht nur ihre Oldtimertraktoren auf Festen zu präsentieren, sondern auch feste zu feiern.
Das größte Volksfest der Hessen, das einmal jährlich abwechseln in Nord- oder Südhessen stattfindet, zehn Tage dauert und ca. 800000 Besucher zählt, fand Ende Mai, Anfang Juni in der 15000 Einwohner zählenden Dornröschenstadt Hofgeismar statt.

Und obligatorisch gab es natürlich wie immer eine sogenannte Hessentagsstraße von etwa drei Kilometern Länge, wo Bude an Verkaufsstand und eine Attraktion nach der nächsten die Besucheraugen zum Staunen brachten.
Der Zufall wollte es, dass ich von den „Hessentagsmachern“ der Stadt Hofgeismar einen sehr exponierten Stellplatz auf der Hessentagsmeile bekam, wo das Gespann gut sichtbar 10 Tage lang von allen bestaunt werden konnte. Buchverkäufe eingeschlossen.
Danke, Stadt Hofgeismar!

Täglich hielten wir beide uns 7-8 Stunden am und im Bauwagen auf, empfingen sehr angenehme und z.T. prominente Besucher und waren fast pausenlos im Gespräch mit den Hessentagsbesuchern aus dem In-und Ausland. Die Resonanz auf unser Hiersein war einfach gigantisch! Unser Gästebuch füllte sich zusehends.
Auch das herausgeputzte Hessentagspaar machte uns seine Aufwartung.

Es waren ganz tolle, unbeschreiblich interessante, wenngleich auch anstrengende Tage, da die nordhessische Sonne sich unter 33 Grad einfach nicht zeigen wollte.
Eines schönen Nachmittags kam es zu einem besonderen Kontakt mit einer attraktiven und sehr innovativen Buchhändlerin aus der nächsten Hessentagsstadt 2016, Herborn im Lahn/Dillkreis.
Sie war offensichtlich so beeindruckt von unserer Präsenz, dass sie mir anbot, wenn es machbar wäre, direkt vor ihrer großen Buchhandlung im kommenden Mai in der Hessentagsstraße zu stehen. Ich könne dann in ihrem Geschäft mehrere Autorenlesungen durchführen.
Inzwischen bekam ich grünes Licht für unser Vorhaben von den Hessentagsverantwortlichen der zukünftigen Hessentagsstadt. Wunderbar!
Danke, Stadt Herborn!
Wir freuen uns schon heute auf diese turbulenten Tage am Ufer der Dill.

Im Juni standen zwei Oldtimertrecker-Events an, wo wir beide Male jeweils vier Tage mit unserem Gespann mitmischten.
Zuerst waren wir in Gudensberg, südlich von Kassel gelegen und für uns Langsamtuckerer nur 3 Stunden entfernt. Ein Riesenevent bei fast 40 Grad. Mörderisch!

14 Tage später machten wir uns auf den Weg ins Waldenserdörfchen Gewissenruh an der Oberweser, nicht weit von unserem Standort entfernt.
Ein kleines, aber umso schöneres Treffen mit gleichgesinnten Traktorfreunden.
Es ist immer wieder erstaunlich, dass uns so viele Menschen durch meine schriftstellerische Tätigkeit und durch Presse, Funk und Fernsehen, kennen.
Nun gut, wir wollten uns ja auch zu keiner Zeit vor der Öffentlichkeit verstecken, sondern anderen Zeitgenossen Mut machen, sich auch mal auf eine ungewöhnliche Reise zu begeben.

Goethe schrieb einmal:“ Man reist nicht nur um anzukommen, sondern vor allem, um unterwegs zu sein!“
Dieses Zitat spiegelt sehr real unsere Lebenseinstellung wider.

Schon Anfang März erhielten wir eine Einladung aus Nordsachsen, im Minidörfchen Kleinliebenau, zwischen Leipzig und Schkeuditz gelegen, in der dortigen ehemaligen Rittergutskirche und heutigen Pilgerkirche zu lesen.
Das wäre die erste Veranstaltung für uns in einer Kirche. Fantastisch!
Und, sehr passend, befand sich nur etwa 500 Meter von der Kirche entfernt ein Naturcampingplatz, auf dessen Gelände wir stehen könnten.
Nun, drei Tage vor unserer Abreise Mitte August brachten wir unseren inzwischen über 51 Jahre alten Bauwagen zum Abschmieren der Radlager in unsere hiesige Raiffeisenwerkstatt, da eine über 1000 Kilometer lange Reise anstand.
Der Anruf des Werkstattmeisters kurz nach Abgabe des Hängers verhieß nichts Gutes.
Vor Ort wurde uns erklärt, dass das rechte Achsende der Hinterachse dermaßen abgeschliffen war, dass eine neue Achse her musste, um unbeschwert und unfallfrei die Reise antreten zu können.

Wie man aus den Erzählungen aus meinen Büchern weiß, war auf unserer Europatour zweimal das rechte Hinterrad während der Fahrt abgesprungen und jedes Mal verlor die Achse weiter an Stabilität.
Jetzt aber war guter Rat teuer. Die Werkstatt bemühte sich sehr, eine gleichwertige, passgenaue, neue Achse zu bestellen, wozu einige Telefonate nötig waren, um einen Zulieferer zu finden.
Kurzum: Am Tag der geplanten Abfahrt wurde eine neue Achse, die per Eilexpress geliefert werden konnte von den tüchtigen Jungs eingebaut und wir fuhren los in den „wildenOsten.“
Statt wie geplant schon um 8 Uhr erst um 12 Uhr. Zwei Nächte verbrachten wir auf einem kleinen, aber feinen Campingplatz im thüringischen Nohra an der Wipper nahe Nordhausen, bevor wir im sächsischen Kleinliebenau ohne Panne angetuckert kamen.

Unsere Autorenlesung am Folgetag in der schmucken Kirche war sehr gut besucht.
Der örtliche gemischte Pilgerchor untermalte unseren 90minütigen Vortrag sehr eindrucksvoll und ich „predigte“ vor dem Altar stehend wie immer munter drauf los.
Anschließend führte der Pressevertreter der Leipziger Volkszeitung ein ausführliches Interview mit mir.
Teilweise waren auch Treckerfreunde aus verschiedenen Vereinen zur Lesung gekommen, die eine weitere Anreise hinter sich hatten, da die Werbung zuvor pressemäßig weit gestreut war.

Das fröhliche, buntgemischte Völkchen aus dem Freistaat und die sehenswerte, restaurierte Kirche machten diesen Sonntagnachmittag zu einem Highlight für uns.

Am Folgetag ging es weiter in Richtung Norden.
Die Stadt Kyritz a.d. Knatter in Westbrandenburg war unser nächstes großes Ziel.
Da aber auch hier wieder ca. 240 Kilometer zu schleichen waren, übernachteten wir auf einem Stellplatz am Rande des Ortes Wiesenburg im Landkreis Potsdam-Mittelmark im Hohen Fläming.
Der dem Stellplatz nahe gelegenen, sehr bekannten Schlosspark mit seinem raumgreifenden, sehr sehenswerten Parkanlagen und den vielen naturbelassenen, verwunschenen Teichen, Wasserfällen und Tümpeln und stilvoll angelegten Kunstwerken und Blumenrabatten verführte uns am frühen Abend zu einem entspannenden Rundgang, wo wir von einem französischen Pärchen unterhaltsam begleitet wurden, das mit seinem Wohnmobil neben uns aufgestellt war.

Kurz vor der Weiterfahrt am frühen Morgen besuchte uns ein Journalist des „Flämig Echos.“
Er hatte von unserer Anwesenheit von Anliegern einen „heißen Tipp“ bekommen und wollte einen größeren Bericht über uns veröffentlichen.
Siehe auch Presseberichte.

Weiter ging’s über 7 lange Traktorstunden zum gebuchten Campingplatz nach Bantikow, nahe der Hansestadt Kyritz a.d. Knatter, wo wir 12 Tage Quartier bezogen.
Ein herrliches Fleckchen Erde, mitten in einem lichten Kiefernwald am Rande eines langgestreckten, glasklaren Sees gelegen.

Nun war Ausruhen und Spazierengehen angesagt.
Gute Freunde von uns, ein sehr sympathisches Ehepaar, die in der Nähe zu Hause sind und die wir 2011 in Kyritz kennengelernt hatten, nahmen uns oft in ihrem Auto auf kleinere Ausflüge in die nähere Umgebung mit, wo sich eine Sehenswürdigkeit an die nächste reihte.
Ein besonders schöner Tag wurde uns von den beiden geboten, als wir nach Havelberg zur Bundesgartenschau fuhren.
Sensationell, was es da alles so zu sehen gab.
Auch einige Mitcamper, die wir kennenlernten, bereicherten unseren Aufenthalt in diesem schönen Bundesland mit Besuchen in unserem Bauwagen und Gegenbesuchen im Wohnwagen der anderen.
Am 4. September war es dann endlich soweit.
Die beiden verantwortlichen, charmanten Damen der Kyritzer Stadtbibliothek hatten uns schon im Frühsommer eingeladen, eine Lesung im städtischen Rathaus durchzuführen.

Gegen 19 Uhr fanden sich etwa 50 Besucher im Rathaussaal ein.
Es gab Bewirtung und sehr freundliche Worte der Verantwortlichen, die unter anderem unsere weite Anreise zum Leseort von fast 400 Kilometern besonders heraus hoben.
Auch Besucher aus der Stadt Brandenburg, Hessen, Baden-Württemberg und Berlin waren gekommen.
Natürlich nicht mit einem Traktor so wie wir.
Eine Pressevertreterin der „Märkischen Allgemeinen“ war ebenfalls anwesend.

Spät in der Nacht tuckerten wir dann um einige Reisebücher erleichtert und sehr zufrieden mit dem tollen Abend im Rathaus auf Nebenstrecken durch dichten Wald die 10 Kilometer zurück zum Campingplatz.
Am übernächsten Tag ging es mit zwei Zwischenübernachtungen in der Colbitzer Heide nördlich von Magdeburg und in Bad Sachsa im Harz nach Hause ins beschauliche Carlsdorf zurück.

Drei wunderbare, recht erholsame Ferienwochen lagen hinter uns und 1150 Kilometer.
Die neue Achse hing noch wie erwartet unter dem Wagenboden des Hängers(!?)
14 Tage später waren wir schon wieder mit dem Gespann unterwegs zu einem Oldtimer-Traktor-Event in Wahlsburg-Vernawahlshausen an der Schwülme im Weserbergland gelegen.
Leider meinte es Petrus nicht alle Tage gut mit uns und bei Abfahrt nach drei Tagen Aufenthalt auf einer großen, durchnässten Wiese wühlten wir uns mal gerade so mit viel Schwung aus den tiefen, schlammigen Reifenspurrillen, die unzählige Trecker vor uns hinterlassen hatten.

Nun steht unsere gute, alte „Tante Paula“ wieder in der trockenen Scheune und wartet nach gründlicher Reinigung darauf, dass wir sie im nächsten Jahr wieder an unseren tapferen, roten Vagabunden anhängen, um neue Abenteuer zu erleben.
Das Leben kann so schön sein, wenn man noch Träume hat!