FINNLAND

An der Hauptstrasse, so wie in Nordschweden auch, fallen uns die hohen Hausnummern auf.

Hausnummer 2349 lese ich oder auch eine kürzere: 977.

Hier in Finnland haben die Postautos die gewohnte Linkslenkung.

In Schweden aber sitzt der Briefträger rechts am Steuer.

Das ist sicher enorm praktisch, um die am Wegrand hängenden Briefkästen vom Fahrersitz aus zu bestücken.

Man stelle sich vor, der Postbote fährt täglich so um die 100 Kilometer und bringt die Post in alle weit hinten im Wald stehenden Häuser bis hin zur letzten Hausnummer.

Er müsste ein Marathonläufer sein mit einer täglich optimalen Kondition.

 

Immer wieder hoppeln seit einigen Stunden Lemminge über die Chaussee.

 

Rast an einem der unzähligen Seen
Rast an einem der unzähligen Seen

 

Sie sehen aus wie Hamster und haben keinen sichtbaren Schwanz.

Wenn man sie ergreifen will, flüchten sie laut quiekend und ohne Handschuhe zu tragen, können sie sehr fest zubeißen.

Possierliche Tierchen, die haufenweise als papierdünne Fellleichen auf dem Asphalt liegen.

Überall am Wegrand Zäune und uralte rotbraune Bauwagen, sowie großräumige Jurten, Stellen, wo die Samis ihre Herden zusammentreiben und sich eine Weile an den Rentierkoppeln aufhalten.

Stolz weht überall auf diesen Flächen die samische Flagge.

 

Alle Ortsnamen in Finnisch-Lappland sind zweisprachig angegeben.

In Finnisch und in Samisprache.

Die hat auch ganz andere Betonungszeichen.

Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt mehr darüber berichten.

Wir steuern die Kleinstadt „Enontekiö“ nach 90 Fahrkilometern an.

Der wunderschön gelegene Campingplatz am Stadtrand an dem breiten Fluss ist gepflegt.

 

Stellplatz in "Enotekiö", sehr zu empfehlen
Stellplatz in „Enotekiö“, sehr zu empfehlen

 

Barbara kriegt mal wieder einen zuviel, als ich unseren welligen Halteplatz anvisiere und darauf im dritten Gang zusteuere.

„Nein, nicht hierhin, ich habe dir doch wohl deutlich genug Zeichen gegeben, dass du 30 Zentimeter weiter links hättest fahren sollen!“

„Links?“

„Du hast doch rechts gewunken!“

„Nein, ich meinte doch links, du Dösbaddel!“

 

Aber…genug gezetert, wir stehen trotzdem fast gerade.

Wir versöhnen uns sofort wieder, als der Heizlüfter läuft und die milde Wärme unsere morschen Knochen umspielt.

Die sanitären Anlagen sind in einem fast neuen Zustand.

Alles in Natur belassenem Holz und nichts ist kaputt an den Armaturen.

Es gibt sogar verschließbare Einzelwasch- und Duschkabinen mit Handbrausen und einem Holzbänkchen zum Sitzen und zum Kleider ablegen.

Das sind wir gar nicht gewohnt von den anderen Einrichtungen.

Die unvermeidliche Sauna gibt es ebenfalls im Kellergeschoss.

Weit und breit ist kein weiterer Camper zu sehen.

Die junge Finnin nimmt uns 23 Euro ab.

Das war’s!

Wir sehen sie danach nicht mehr.

Im nebenan liegenden Supermarkt sind wir erstaunt.

Die Preise sind sehr zivil, ja fast gleich wie in Deutschland.

Das estnische Bier hat auch mal 4,5 Prozent Alkoholgehalt und kostet pro Büchse nur 1,40 Euro und das Beste, ja das Allerbeste ist das Bauernbrot.

Endlich mal wieder ein ordentliches und kerniges Brot essen können ohne Zucker und Lebkuchengewürz.

Wir hauen heißhungrig richtig rein.

Anstelle des Sauerrahms, den wir auf’s Bauernbrot streichen wollten, habe ich leider Dickmilch erwischt.

Nicht schlimm. Sie ist eh durch die Außentemperatur, die um die drei Grad beträgt fast gefroren.

Unsere gelben Primeln aus Hofgeismar in unseren beiden Blumenkästen sehen inzwischen auch sehr erfroren aus.

Wir nennen sie ab jetzt „Tante Paulas Eisblumen.“

Wir bummeln um neun Uhr in der Abendsonne über den schön angelegten Platz und sehen uns die schmucken Ferienhütten in Ganzdachbauweise von außen an.

Viele Häuser und Hütten in Finnland sind blau angestrichen.

Anders als in Schweden, wo dunkelrot dominiert.

Im Fluss hängen sehr große Fischnetze.

Hechte und Lachse sollen sich darin verfangen.

Dann klappt es am späten Abend mit einer Verbindung in das örtliche öffentliche Internet und ich kann endlich nach 12 Tagen die Emails abrufen und die längst fälligen Berichte und Fotos in unseren Blog einsetzen.

Ich sehe, dass fast 48000 Leute unsere Homepage angeklickt haben.

Rekord !

Um ein Uhr in der Nacht, es ist draußen noch sehr hell, so dass man Zeitung lesen könnte,lege ich augenschwer die Maus zur Seite.

Morgen ist auch noch ein Tag und wir wollen über die Grenze ein Stück nach Norwegen rein fahren, um da in der Nähe der Lappenstadt „Kautokeino“ ein warmes Plätzchen für die Nacht zu finden.

 

Es soll anders kommen……………………

 

Ab Morgen berichte ich auf der Seite „.“

2 Gedanken zu „FINNLAND“

  1. Hallo, ihr alle im Netz, die ihr uns so liebe Kommentare schreibt :
    UNS GEHT’S GUT !
    Danke für die guten Wünsche !!!
    Das Abenteuer „Europatour“ geht weiter.
    Kann halt nur selten online sein, da nicht immer Wlan-Verbindung besteht.
    Ich hoffe in der kommenden Woche aus dem Baltikum berichten zu können.
    Das wird sicher nicht weniger spannend als die Länder, die wir zuvor bereist haben.
    Info:
    Inzwischen waren schon über 65000 User auf unserer Seite.
    Neuer Rekord!
    Wir waren auch inzwischen 6x in der schwedischen, 2x in der norwegischen und 3x in der finnischen Presse.
    Gut, dass wir nicht nach Timbuktu oder Kirgistan fahren wollen.
    Zeitungsartikel wären dann fast gar nicht mehr zu übersetzen.
    Also, ihr Lieben…bleibt uns weiterhin treu und…gewogen !
    Es grüßen herzlich aus Kouvola/Südschweden zwei durchgeknallte Globetrotter

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