Ein Rentierkälbchen in der Mittagssonne

Norwegen – 14.05.11

14. Mai

Ein Rentierkälbchen in der Mittagssonne
Ein Rentierkälbchen in der Mittagssonne
Teil einer Lappensiedlung in Karasjok, der samischen Kerngemeinde
Teil einer Lappensiedlung in Karasjok, der samischen Kerngemeinde

Unterwegs überholt uns der junge Same, auf dessen Grundstück wir genächtigt haben und hupt und winkt wie wild. Wir erreichen gegen 13 Uhr das Zentrum der Samen, die Lappenstadt „Karasjok“, wo fast 80 % der Bevölkerung samischen Ursprungs ist. Neben der Touristinformation besuchen wir die Außenanlagen des „Sapmi-Parks“ und staunen über die grasbedeckten Lappenhäuser. Auch zahme Rentiere können wir fotografieren.

Wir sind erst 70 Kilometer gefahren und wollen heute noch ein Stück weiter nach „oben“ kommen. Ich habe noch genügend „Treckerpuste.“ Da wir nicht noch einmal in der „Pampa“ übernachten wollen, rufe ich den nächsten Campingplatz an, der 50 Kilometer weiter auf der Strecke liegt. Ja, wir können kommen. Der Platz ist geöffnet. Drei Stunden später sind wir da.

Inmitten sehr hoher schneebedeckter Berge, Barbara mag die Berge schon lange nicht mehr sehen, in einem tiefen Tal am Fluss „Lakselva“, auf samisch „Leavdnja“, hinter dem Flecken „Skoganvarre“ finden wir unser „Plätzchen“ für die beiden nächsten Tage. Wir befinden uns auf Höhe „Kirkenes.“ Morgen ist Sonntag und wir brauchen mal wieder ein Päuschen nach sechs Tagen Fahrt und 800 Kilometern.

Der Stellplatz ist in Ordnung. Die sanitären Anlagen vom Komfort her auf ein Minimum beschränkt. Toiletten und Duschen in einem Raum, aber…die Geschlechter sind „streng“ getrennt.

Grandioser Ausblick auf die Berge /Schnappschuss während der Fahrt
Grandioser Ausblick auf die Berge /Schnappschuss während der Fahrt
Auf dem Campingplatz in "Skoganvarre" am Lakselva-Fluss
Auf dem Campingplatz in "Skoganvarre" am Lakselva-Fluss

Gut so! Ich möchte nicht noch mal auf einer Toilette sitzen, wo die dicken Packen Butterbrottüten wie auf dem Präsentierteller neben der Klorolle herumliegen. Am frühen Abend gesellt sich noch ein zweites Pärchen um die siebzig in einem luxurösen Wohnmobil dazu. Nicht auf der Toilette, nein. Auf der Freifläche um uns herum. Wir bekommen guten Kontakt mit den netten Leuten aus Leipzig, dem Ehepaar „Dorsch“, auf norwegisch „Torsk“, und wenig später sind wir auf eine Flasche „Rotkäppchensekt“ in den Selbstfahrer eingeladen. Ein wahrhaft seltener Genuss! Es ist immer wieder erfreulich und z.T. auch erstaunlich, dass sich Menschen in weitaus höherem Lebensalter als wir es sind ,noch auf den Weg machen, um Neues zu entdecken und das Leben auszukosten. Alle Achtung!

Nach unserem gewohnten Abendbummel zum Wasser hinunter und um den Platz herum gehen wir gegen Ein Uhr zu Bett. Die Sonne ist untergegangen. Es ist so hell wie in Deutschland in der ersten Stunde nach Sonnenaufgang. Von Mitte Mai bis Ende Juli geht hier oben die Sonne kaum oder nicht unter. Barbara schaut in dieser „Nacht“ mal um Drei Uhr aus dem Schlafzimmerfenster. Sie erzählt mir am nächsten Morgen, dass die Sonne schon wieder sehr weit oben am Himmel gestanden hätte. Sehr gewöhnungsbedürftig!

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