Schneemobil vor unserem Stellplatz in "Skoganvarre"

Norwegen – 15.05.11

15. Mai

Es ist Sonntag, die Glocken läuten vom Kirchturm herüber und wir gehen zum Gottesdienst. Schön wärs! Hier gibt es keine Kirche und kein Geläut. Nur das Gekreische der Möwen und ab und zu mal das Gebell eines Hundes aus der Ferne. Wir sind ab dem frühen Vormittag wieder ganz alleine auf dem ausgedehnten Platz.

Schneemobil vor unserem Stellplatz in "Skoganvarre"
Schneemobil vor unserem Stellplatz in "Skoganvarre"
Telefonat über "Skype" mit unseren Kindern
Telefonat über "Skype" mit unseren Kindern

Die Leipziger sind auf dem Weg zum Nordkap. Überall stehen zwar noch genügend Caravans herum, aber das sind sicher gemietete feste Stellplätze von Norwegern, die erst im Sommer hierher zurück kommen. Der Sonntag verläuft ruhig. Barbara putzt die Bude, wo sich jede Menge Sand in allen Ritzen breit gemacht hat. Ich kümmere mich um die innere und äußere Schönheit und Sauberkeit unseres Vagabunden. Fünf Liter Motoröl habe ich in den bisher gefahrenen 3000 Kilometern in seinen unergründlichen Schlund gegossen und ihm etwa 2 Liter Wasser hinter die Lamellenbinde gekippt. Seit der Abfahrt in Deutschland leckt der eine Wasserschlauch immer wieder mal ein wenig, obwohl es ein neuer ist. Die Schlauchschelle ist fest angezogen, fester geht’s nicht.

Wasser müssen auch die Norweger nicht einführen. Es gibt genug für alle. Auch für unseren treuen Freund Zetor reicht’s allemal. Nach einem ausgedehnten Spaziergang in den wunderschönen, lichten Kiefernwald nebenan, wo sich stimmungsvoll die Nachmittagssonne auf den Moospolstern ausruht und die sandigen, verschlungenen Pfade wie im Märchen von „Hänsel und Gretel“ uns in eine Traumwelt führen, steht, als wir wieder zurückkommen, ein anderes Wohnmobil neben unserem Gespann. Es sind zwei sportliche und freundliche junge Männer aus Braunschweig, die gerne radeln. Der eine ist ein Finanzbeamter, der andere immerzu am Lachen. Als ich schier am Verzweifeln bin, da ich mich trotz Passwort des Campingplatzes in das örtliche Wlan-Netz nicht einloggen kann, gebe ich mir einen Ruck und frage bei den beiden nach, ob sie mir helfen könnten. „Kein Problem,“ sagt der eine, der den Leuten aus Überzeugung gerne hilft, die vergessenen Steuern an die richtige Stelle abzugeben, „ich probier’s mal.“ Und schon, ein paar Einstellungen weiter bin ich im Netz. DANKE !!!

Schwerstarbeit
Schwerstarbeit
Roger Albrigtsen, der Journalist der norwegischen Zeitung "SAGAT", rechts im Bild im Gespräch mit uns
Roger Albrigtsen, der Journalist der norwegischen Zeitung "SAGAT", rechts im Bild im Gespräch mit uns

Ich bin überglücklich, kann ich doch jetzt die letzten Tage, die ich auf „Word“ vorgeschrieben habe, in unseren Blog online stellen und auch ein paar Fotos hoch laden. 48600 User waren bisher auf unserer Seite, sehe ich. Auch ein längst fälliges Telefongespräch mit Tochter und Schwiegersohn über „Skype“ wird geführt und zu beantwortende Mails geschrieben.

Eine Mail finde ich besonders spannend. Da schreibt uns doch ein Roger Albrigtsen : „Hallo, ich bin ein norwegischer journalist und ich will gern treffen Sie. Ich wohne im Lakselv. Icha habe sie heute in Karasjok obeserviert. Wohin sind sie heute abend? Gruss Roger“

Ich schreibe ihm unsere Handy-Nummer auf und dass wir heute noch bis 23 Uhr empfangsbereit sind. Schon kommt die Antwort. Wir sollen ihn Morgen in der Stadt „Lakselv“, 30 Kilometer weiter nördlich und auf unserer Route liegend gegen 11 Uhr treffen. Dann ruft er noch einmal an und wir verabreden uns für den nächsten Tag. Na, das wird sicher wieder eine Überraschung geben. Er klang sehr nett am Telefon und will einen Bericht in der regionalen Tagespresse über unsere Eskapaden bringen. Wir freuen uns über so viel Anteilnahme. Es wäre auch das erste Mal, dass wir in der norwegischen Presse Schlagzeilen machen. Eine Begegnung der „Zweiten Art.“ In Schweden sind wir ja hinlänglich bekannt. Sechs mal haben „sie“ uns da „erwischt.“ Wer hätte das gedacht !

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