Norwegen – 17.05.11

17. Mai

Der norwegische Feiertagsmorgen verläuft ohne Spektakel hier in der kleinen Bucht am „Porsanger-Fjord.“ Man sieht keinen Menschen auf den Wegen. Es gibt mal wieder Spaghetti zum Mittag und dazu den allerletzten Schokoladenpudding aus Deutschland aus der Tüte als Nachspeise. Ich krame die Hofgeismarer Flagge aus dem Stauraum unter dem Doppelbett hervor, denn ich habe unserem „Ritter Dietrich“ , der „Gallionsfigur“ aus dem nordhessischen Reinhardswald bei der Abfahrt versprochen, sie am Nordkap zu hissen und ein Foto zu machen. „Die Stadt Hofgeismar an der Deutschen Märchenstraße grüßt das Nordkap!“ Im norwegischen Radio verfolgen wir den teils in Samisprache gehaltenen Gottesdienst und hören anschließend klassische Musik. Es werden bevorzugt Kompositionen des norwegischen Komponisten Edvard Grieg gebracht. Eher traurige Weisen. Es gibt aber noch einen weiteren weltberühmten Edvard, der aus Norwegen stammt. Fast jeder kennt den Expressionisten Edvard Munch, den Maler und Vorbild für viele weitere Künstlergenerationen. Sein bekanntestes Gemälde ist „Der Schrei.“ Auch „Peer Gynt“, die weltbekannte Figur, erdacht und geschrieben von dem norwegischen Dramatiker Henrik Ibsen und zigfach verfilmt ist hier im Norden entstanden.

Foto vom Vortag...Rast neben der Straße
Foto vom Vortag...Rast neben der Straße

Am Nachmittag fassen wir allen Mut zusammen und drehen eine kleine Runde zum Hotel und zur nahen Tankstelle. Geschlossen! Festtag! Ohne eine lange und eine kurze Unterhose unterzuziehen wäre so, als wenn man eine Portion heiße Pommes in die Tiefkühltruhe stellt und sich dann wundert, dass die Kartoffelstäbchen so klein und schrumpelig geworden sind (!)

Ich erinnere mich an die DVD von unserem Wohnort Carlsdorf, den uns freundlicherweise der Mitverantwortliche des Heimatvereins, Jürgen Lips, mit auf die Reise gegeben hat. Wir erfreuen uns an den Bildern, Geschichten und Festen von und über Carlsdorf und über die hugenottische Vergangenheit und Dorfbevölkerung, die einst als Glaubensflüchtlinge aus Frankreich im Nordhessischen sesshaft geworden sind und an der professionellen Kameraführung und Vertonung von Jürgen. Das ist wirklich sendereif für’s deutsche Fernsehen! Klasse gemacht!

Einzige Straße zum Nordkap/ bei "Russenes"
Einzige Straße zum Nordkap/ bei "Russenes"

Danach legen wir die DVD auf über das Leben und Treiben der schwedischen Elche, die wir in der Stadt „Dorothea“ in Norrland/Schweden im dortigen Touristenbüro erstanden haben. Faszinierende Tiere mit einer weichen, samtenen Schnauze! Nicht umsonst sagt man wohl: ‚Ich glaub’, mich knutscht ein Elch!’ So vergeht die Zeit und die Eiszapfen an den Balken des kleinen Balkons hinten am Wagen werden immer länger. Morgen wollen wir mit dem Linienbus um 8 Uhr 45 die 99 restlichen Kilometer zum Nordkap fahren, wenn er nicht in Schneeverwehungen stecken bleibt. Wir packen schon jetzt die Kameras ein und stellen die mit Gummiringen umwickelte Hofgeismarer Stadtfahne neben die Tür. Wir werden nicht verschlafen können, da uns der Nachtfrost ganz sicher schon sehr früh wecken wird. Der nächste Höhepunkt auf unserer Europatour ist in greifbare Nähe gerückt…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

siebzehn − sechzehn =

*