Brücke über die Weichsel in Graudenz

Polen – 22.06.11

22. Juni

Es ist heute der 23. Juni gegen Ein Uhr 45 und ich bin zu erschöpft von den Erlebnissen des Tages, um noch einen klaren Gedanken fassen zu können. Ich sitze seit 21 Uhr auf unserer Eckbank im Bauwagen und lade Fotos für unsere Homepage hoch und setze Berichte hinein. So will ich es einmal dabei belassen, den gestrigen Tag, den 22. Juni einfach aus Barbaras Tagebuch und aus ihrer Sicht abzuschreiben. Man sehe es mir bitte nach. Schreiben ist auch Arbeit.

Nostalgischer Schulbus
Nostalgischer Schulbus
Brücke über die Weichsel in Graudenz
Brücke über die Weichsel in Graudenz

Sie notiert: 80. Tag. Abfahrt in „Gardeja“ 8 Uhr in Richtung „Graudenz.“ Die Fahrt nach Graudenz verläuft ruhig. Auch durch die Stadt geht es zügig. Wir sind schon um 10 über die Weichsel gefahren. Über eine wunderschöne, lange Brücke. Der Verkehr ist riesig, weil einige Strecken in Richtung Süden gesperrt sind und alles über die Strecke, die wir gerade fahren, geleitet wird. Ortsansässige werden wohl Schleichwege fahren. Heute gab es Zeugnisse in Polen vor den großen Sommerferien. Alle Kinder von Groß bis Klein sind sonntäglich angezogen und halten eine Blume in Cellophanpapier in der Hand und ein Heft. Wir dachten erst, es wäre ein wichtiger polnischer Feiertag. Die Weiterfahrt geht in Richtung „Swiecie“. Kurz vor der Stadt wird die Landstraße zu einer Schnellstraße. Wir dürfen da nicht fahren, müssen durch die gesamte Innenstadt. Aber auch dies schaffen wir wieder einmal. Dieter behält die Ruhe.

Vor „Chojnice“ das Gleiche. Auch wieder durch die Stadt, nur ist diese Stadt noch viel größer als die Erste. Im Zentrum der Stadt sind die Straßen kaum befahrbar wegen der Längsrillen. Die Straßen zuvor aber waren top in Ordnung. Das muss auch einmal gesagt werden. Wir haben auch etliche Baustellen zu bewältigen.

 

 

 

Der Stadtkern von "Czluchow"...einfach sehenswert!
Der Stadtkern von "Czluchow"...einfach sehenswert!
Vor einer "Bar" telefoniert Barbara mit meinem Bruder
Vor einer "Bar" telefoniert Barbara mit meinem Bruder

 

In Polen werden wie verrückt neue Straßen gebaut und erneuert. Die Neuen lassen sich wie auf Butter fahren. Auch über die Weichsel kommt eine neue Brücke. Wir schaffen die 135 km bis zur Stadt „Czluchow“ in 8 Stunden, finden den Campingplatz sofort. Schöner Stellplatz. Empfehlenswert, besonders auch wegen des großen Spielplatzes für Kinder. Es gefällt uns. Fahren mit dem Traktor solo durch den Ort zum Einkauf.

Wir kommen an den Trecker zurück auf dem Parkplatz. Da steht ein junges Paar. Es sind Deutsche, die zu einer Hochzeit nach Polen eingeladen wurden. Die junge Frau hat polnische Wurzeln. Sie freuen sich uns zu treffen. Sie haben sich gefragt, wie wohl ein deutscher Traktor mit Kasseler Kennzeichen nach Polen kommt. Auf dem Weg zurück kommen wir an einer Werkstatt vorbei. Seit Tagen brennt unser rechter Hauptscheinwerfer und das Standlicht nicht mehr. Wir fahren vor. Die beiden Birnen (Lampen) werden gewechselt. Auch eine neue Kühlerdeckeldichtung bekommen wir. Dieter will bezahlen. Der Chef sagt nein. Das wäre ein Geschenk an uns.

Wir sind sprachlos. Dieter drückt ihm trotzdem einen Schein in die Hand. Der Besitzer heißt „Miroslaw Nartowski.“ Ein toller Mann ! Seine Autowerkstatt nennt sich „Auto-Naprava.“ Dann geht es mit vollem Licht wieder zum Platz zurück.

 

Barbara singt heute den "Wasserträgersong"
Barbara singt heute den "Wasserträgersong"
Birnenaustausch vor der Werkstatt von "Miroslaw Nartowski" in "Szluchow"
Birnenaustausch vor der Werkstatt von "Miroslaw Nartowski" in "Szluchow"

Wir sind schlagkaputt und haben noch einige Dinge zu erledigen und vorzubereiten.

Es ist 19 Uhr und Morgen geht’s endlich nach „Czaplinek“ zu Norbert und seiner Familie. Wir freuen uns sehr auf dieses Kennenlernen. Die Nacht ist sehr ruhig hier unter den hohen Bäumen am See. Nur ein einziger weiterer Caravan steht in einiger Entfernung neben uns. Morgen wird ein schöner Tag !

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